Johannes Gutenberg-Universität Mainz

ut omnes unum sint

Projekt: Bronzezeitlicher Brandopferplatz und frühe Almwirtschaft auf dem Schlern (Südtirol)

2008 begannen unter meiner Leitung neue Grabungen auf dem Brandopferplatz „Burgstall“, der auf 2515 m Höhe auf einem Nebengipfel des Schlern liegt. Zugleich begannen Prospektionen auf dem Schlernplateau, welche Spuren früher Almwirtschaft gelten.

Mit den Grabungen konnte der Beginn des Brandopferplatzes in das 17. Jh. v. Chr. datiert werden, auch in der Eisenzeit sind Aktivitäten belegt. Die römische Zeit schließlich ist mit Funden aus dem 1. und 4. Jh. vertreten. Eine steinerne Aedicula belegt für letztere Zeit eindeutig ein Heiligtum. In der Bronzezeit handelte es sich wohl auch um einen „Heiligen Ort“ - allerdings wurden hier nach unseren Erkenntnissen nicht Tiere als Brandopfer dargebracht, sondern sie wurden in Erdöfen als Speisen zubereitet. Da es sich fast ausschließlich um Weidetiere handelt, sehen wir diese höchstwahrscheinlich kultischen Festessen in Zusammenhang mit früher Almwirtschaft. Zukünftige Forschungen sollen diese Hypothese prüfen.

Die Forschungen finden in enger Kooperation mit dem Amt für Bodendenkmäler, Bozen, statt.

Wichtigste Publikationen:

P. Haupt, Bronzezeitliche Erdöfen auf dem Schlern. Ein neues Interpretationsmodell zum Brandopferplatz auf dem Burgstall. Der Schlern 84, 2010/9, 4-15.

P. Haupt, Bronze- und eisenzeitliche Brandopferplätze auf dem Schlern. Neue Erkenntnisse zu deren Chronologie, Funktionsweise und frühgeschichtlicher Nutzung. In: F. Mandl/H. Stadler (Hrsg.), Archäologie in den Alpen. Alltag und Kult. Forschungsber. der ANISA 3. Nearchos 19 (Haus i. E. 2010) 63-72.

P. Haupt, Bronzezeitlicher Brandopferplatz und römisches Heiligtum. Neue archäologische Untersuchungen auf dem Schlern. Der Schlern 83, 2009/8, 4-21.

 

Bild:

Blick von der Seiser Alm auf den Schlern.

Alle Rechte bei P. Haupt