
ein Projekt von H. Jastrow
Anatomisches Institut, Histologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Synaptische Körperchen (SK) sind elektronendichte, kleine Zellorganellen
an hochaktiven Synapsen wichtiger Sinnesorgane. Sie besitzen die Fähigkeit,
Neurotransmittervesikel zu binden und zeigen in ihrer Morphologie circadiane
Veränderungen. In elektronenmikroskopischen Aufnahmen erscheinen die
Profile der SK stabförmig, rund oder irregulär. Um die Dynamik
und Funktion dieser wichtigen Zellorganellen richtig erfassen zu können,
ist es wichtig, ihre genaue dreidimensionale Struktur zu kennen. Aus Serienschnitten
des Pinealorgans und der Retina werden mit Hilfe geeigneter, zum Teil selbst
programmierter Software dreidimensionale Rekonstruktionen der Organellen
durchgeführt. Dabei werden digitalisierte Schnitte übereinander
gelagert und in einen 3D-Volumendatensatz überführt. Mit Hilfe
eines definierten Grauwertbereichs lassen sich die Körperchen durch
ein Keimzellwachstum, bei dem benachbarte Voxel zu einem Startvoxel addiert
werden, segmentieren und als einzelne sowie gruppierte Objekte darstellen.
Die Visualisierung wird mit Hilfe neuroradiologischer Software ermöglicht
(NeurOPS; ConVis Insight 3D). Neben der Erzeugung beliebiger Ansichten
der SK können Stereobilder und Filme aus Bildsequenzen erzeugt werden.
Im Pinealorgan konnten so verschieden große plattenförmige Strukturen
neben kleineren rundlichen SK nachgewiesen werden. Daneben fanden sich
auch größere und kleinere bizarre Formen. Unter Dauerlicht zeigte
sich eine deutliche Zunahme auch größerer irregulärer Gebilde.
In der Retina sind SK meistens C-förmig gebogene Platten mit zum Teil
partiell verdickten Rändern, außerdem finden sich hier kleinere
klumpige bis runde Organellen, die auf An- bzw. Abbauvorgänge an den
elektronendichten Zentren der SK hinweisen. Die bisher nur an wenigen Synapsen
erfolgten Rekonstruktionen sollen durch weitere auch zu unterschiedlichen
Zeitpunkten ergänzt werden, um generelle Aussagen zur Morphologie
der SK im Tagesverlauf machen zu können.
Publikationen:
1.) JASTROW, H.; v. MACH, M-A. and VOLLRATH, L.:
The shape of synaptic ribbons in the rat pineal gland.
Cell
and Tissue Research 287 (2) p. 255-261 (Feb. 1997).
2.) JASTROW, H.; SCHMANKE, D.; WEINERT, J.; JENDRYSIAK, U. and VOLLRATH,
L.:
Changes in the three dimensional structure of synaptic ribbons in the
pineal gland of the guinea-pig caused by constant light
Neuroendocrinology Retrospect and Perspectives, H.-W. Korf and K.-H.
Usadel (Eds.), Springer-Verlag
Berlin Heidelberg New York: 367-373.
Abstract
Vorträge:
1.) JASTROW, H.; SCHMANKE, D.; WEINERT, J.; JENDRYSIAK, U. and VOLLRATH,
L.:
Three-dimensional reconstruction of pineal synaptic bodies.
Bipartite Meeting of Anatomical Society and Polish Anatomical Society.
May 24 - 27, Olztyn, Poland
Presentation No. 43 (25.5.1997).
Abstract
Poster:
1.) JASTROW, H.; SCHMANKE, D.; WEINERT, J.; JENDRYSIAK, U.; MERLE,
K. and VOLLRATH, L. (1996):
Three dimensional reconstruction of pineal synaptic ribbons and spheres.
Göttingen Neurobiology report, Elsner, Schnitzler (eds.) Thieme
Verlag Vol2, p. 141.
Abstract
2.) JASTROW, H.; SCHMANKE, D.; WEINERT, J.; JENDRYSIAK, U. and VOLLRATH,
L. (1997):
Changes in the three dimensional structure of synaptic ribbons in the
pineal gland of the guinea-pig caused by constant light.
Ernst and Berta Scharrer Symposium Dept. of Anatomy J. W. Goethe University
Frankfurt am Main, poster No. 19.
Abstract
Abbildungen:
Elektronenmikroskopisches Bild eines Feldes
synaptischer Organellen (311 KB)
Dreidimensionale Rekonstruktion synaptischer
Organellen (90 KB)