Tagebuch CLACE 5 Jungfraujoch 09.02. bis 23.03.2006:

Cloud and Aerosol Characterisation Experiment
im Rahmen des SFB 641
"Die troposphärische Eisphase"

21.03.2006: Saubermann
Das Ende der Kampagne naht und einige Gruppen sind schon heftig mit dem Abbau beschäftigt. Die Uni Frankfurt und die Biogeochemie des MPI Mainz fahren morgen früh, so dass sie heute schon zusammengeräumt haben. Beim Abbau sind Putzfeen immer gerne gesehen, so dass die Sphinx auch in dem Zustand hinterlassen wird, wie wir sie vorgefunden haben.
20.03.2006: Der Eispalast
Man kann hier auf dem Jungfraujoch den Aletschgletscher nicht nur oberirdisch begehen, sondern auch unterirdisch. Es sind Stollen im Gletscher, die den sogenannten Eispalast bilden. Dort gibt es einige Kammern mit Eisskulpturen. Hauptsächlich ist dieser Bereich für die Touristen geplant, die bei gutem Wetter in großen Mengen mit der Jungfraubahn nach oben kommen. Um spätestens 15:55 Uhr kehrt aber wieder Ruhe ein, denn dann geht die letzte Bahn ins Tal hinunter.
19.03.2006: Der Aletschgletscher
Wie zu Anfang des Tagebuchs versprochen gibt es heute eine Bild vom imposanten Aletschgletscher bei immer noch anhaltend gutem Wetter. Seit mittlerweile einer Woche haben wir hier oben gutes Wetter und dementsprechend keine Eiswolken, die zu unseren Hauptuntersuchungsobjekten gehören. Es bleibt also nur das Umgebungsaerosol zu messen und somit Zeit für andere Dinge, wie an windgeschützter Stelle Sonne zu tanken und die immer noch beeindruckende Berglandschaft zu genießen oder Skifahren zu gehen. Aber für Morgen sind wieder Wolken vorhergesagt und so hoffen alle, dass sie vor Ende der Messphase am Mittwoch Morgen noch weitere interessante Daten bekommen.
18.03.2006: Opfer bringen für die Wissenschaft
Dieses Photo zeigt nicht den mißglückten Versuch, Schneeproben auf dem Gletscher zu sammeln, und es zeigt auch nicht den Grund, warum es hier oben auf der Station in den letzten Tagen etwas leerer geworden ist. Es ist einfach ein gestelltes Bild, aufgenommen auf einer kleinen Wandertour auf dem Aletschgletscher und zeigt, zu welchen kreativen Ideen man fähig wird, wenn man sich längere Zeit hier oben aufhält.
17.03.2006: Vorstellung ETH Zürich, Institut für Atmosphäre und Klima, zweiter Teil
Die (immer noch stark in der Mikrophysik engagierte) Chemie-Gruppe am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich testet während der CLACE5-Messkampagne erstmalig eine neuentwickelte Backscattersonde. Dieses Gerät soll langfristig auf Ballonsondierungen Wasserdampfmessungen in der oberen Troposphäre / unteren Stratosphäre unterstützen, indem es das umgebene Aerosol bzw. die durchflogenen Wolkentröpfchen in-situ charakterisiert. Die Sonde misst das zurückgestreute Licht zweier "heller" LEDs mit ca. je 250 mW optischer Leistung, die bei Wellenlängen von 450 nm und 880 nm emittieren. Das Rückstreuvermögen ist abhängig von Teilchenzahldichte, Teilchenradius und optischer Wellenlänge, so dass sich aus den beiden Rückstreusignalen neben der Partikel- (bzw. Tröpfchen-)zahldichte auch Information über deren Grösse gewinnen lässt.
16.03.2006: Vorstellung ETH Zürich, Institut für Atmosphäre und Klima, erster Teil
Die Gruppe Wolkenphysik der ETH Zürich ist mit zwei Geräten auf dem Jungfraujoch vertreten: einem Einzelpartikelmassenspektrometer (ATOFMS von TSI), welches die chemische Zusammensetzung einzelner Aerosolpartikel messen kann und der Züricher Eis Nucleation Chamber ZINC (s. Bild), einer Neuentwicklung, die während dieser Kampagne zum ersten Mal im Feldeinsatz ist. Mit ZINC werden Bedingungen simuliert, wie sie auch in Wolken herrschen: tiefe Temperaturen und hohe Wasserdampfübersättigunge bezüglich Eis. Lässt man unter diesen Bedingungen Probenluft mit Aerosolen durch die Kammer strömen, so können Eiskristalle auf diesen entstehen (nukleieren), die dann im unteren Teil der Kammer mit einem optischen Detektor nachgewiesen werden. Verändert man während des Betriebs die Temperaturen und Übersättigungen in der Kammer, so kann man auf diese Weise das gemessene Aerosol auf seine Eisbildungseigenschaften in Wolken hin charakterisieren. Das Messprinzip der ZINC hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem CCN-counter, nur dass hier auf den vorhandenen Aerosolpartikeln statt Wolkentröpfchen Eiskristalle entstehen. Beides sind wichtige Prozesse beim Entstehen von Wolken, wobei die Bildung von Eiskristallen besonders wichtig für die Entstehung von Niederschlägen wie Regen oder Schnee ist.
15.03.2006: Draußen auf dem Gletscher
Bei anhaltend gutem Wetter haben wir uns heute entschieden, einen kleinen Ausflug auf den Gletscher zu machen. Also haben wir uns um 16:30 Uhr getroffen und uns mit einem Seil gesichert auf den Aletschgletscher begeben. Unser Weg führte uns zur Mönchsjochhütte, die im Moment nicht bewirtschaftet ist, aber dennoch Wandergruppen zur Übernachtung offen steht. Wir haben uns aber nach 1,5 Stunden Hinweg für die Rücktour zum Jungfraujoch entschieden und dabei einen phantastischen Sonnenuntergang auf dem Gletscher erlebt.
14.03.2006: Plov
Sechs Kilo Zwiebeln, 14 Knoblauchknollen (nein, nicht Zehen), vier Kilo Möhren, ein wenig Schweinefleisch und Reis, das sind die Zutaten für Plov, einem russischen Gericht. Passend dazu gab es wie auf dem Bild zu sehen Wodka. Bis auf die Köche waren eigentlich alle auf Grund der Zutaten skeptisch, ob dieses Gericht schmecken würde. Aber es hat sehr gut geschmeckt und auch die Nachwirkungen des hohen Knoblauchkonsums haben sich in Grenzen gehalten. Wir können uns noch alle gut riechen.
13.03.2006: Schneeprobensammeln in rasender Abfahrt
Heute war ein wunderbarer Sonnentag und deswegen gab es nichts Interessantes zu messen. So haben sich vier von uns entschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und Schittenfahren zu gehen; also mit der Bahn hinunter zur Kleinen Scheidegg und von dort mit dem Schlitten in 2,5 Stunden unter dem Motto "Geschwindigkeit bringt Sicherheit" nach Grindelwald. Glücklicherweise wurde das Motto nicht zu ernst genommen und so sind alle am Abend wohlbehalten zurückgekehrt.
12.03.2006: Der Frühling rückt näher
Auch hier oben gibt es die ersten Anzeichen für den Frühling, nicht dass eine plötzliche Schneeschmelze einsetzt oder man sich im T-Shirt draußen aufhalten kann. Die Anzeichen hier oben sind etwas subtiler. Die Sonne geht nun nicht mehr hinter der Jungfrau unter, sondern schafft es noch mal um die Jungfrau herum und geht am Horizont meistens in einer Wolkenschicht unter. Bei schönem Wetter trifft man sich also gegen 19 Uhr zum gemeinsamen Betrachten des Sonnenuntergangs.
11.03.2006: Blick in die Schlafzimmer
Für die Unterbringung der Forscher gibt es hier oben neun Einzelzimmer und ein Dreierzimmer mit einer einfachen aber zweckmäßigen Ausstattung. Beeindruckend sind zu Anfang die doppelten Fenster, die aber vollkommen notwendig sind, was man vor allem bei schlechtem Wetter merkt. Die Waschbecken befinden sich auf den Flur zu den Zimmern. Weiterhin gibt es auf dieser Etage eine Toilette sowie ein Badezimmer mit Dusche und Badewanne. Für zehn bis zwölf Leute ist das ausreichend.
10.03.2006: Vorstellung Paul Scherer Institut, Labor für Atmosphärenchemie, Villigen
Das PSI misst auf dem Jungfraujoch permanent klimarelevante Aerosol-Parameter für Global Atmosphere Watch (GAW) und ist für CLACE 5 mit einigen zusätzlichen Geräten präsent. Zusätzlich zum Ice-CVI-Einlass des IFT betreibt das PSI betreibt einen interstitiellen und einen totalen Aerosol-Einlass, die nur das interstitielle (Partikel die nicht als Wolkentröpfchen aktiviert sind) bzw. das gesamte (Tröpfchen- und Eis-Residuen sowie interstitielle Partikel) Aerosol sammeln. Durch Messung von Partikel-Grössenverteilungen hinter den verschiedenen Einlässen mittels mehrerer SMPSs und OPCs wird untersucht, welche Fraktion der Partikel in verschiedenen Grössenbereichen als Eiskeim oder Wolkentröpfchenkeim aktiv ist.
09.03.2006: Vorstellung MPI Mainz, Abteilung Biogeochemie
Wolkenkondensationskerne (CCN) sind atmosphärische Aerosolpartikel, die die Grundlage für die Wolkentröpfchenbildung darstellen. Bei relativen Feuchten (RH) oder Wasserdampfübersättigungen (S=RH-100%), die typisch für Wolken sind, kondensiert der in der Luft vorhandene Wasserdampf an diesen Teilchen und es bilden sich winzige Tröpfchen, die dann bis hin zu großen Wolkentropfen aufwachsen. CCN werden in der Atmosphäre als integrale (totale) Anzahlkonzentration als Funktion der Übersättigung gemessen, was so genannte CCN-Spektren ergibt. Man kann die CCN aber auch als Funktion der Übersättigung und des Partikeldurchmessers messen, aus denen sich mit Hilfe von parallelen Messungen der Aerosolpartikelkonzentration CCN-Aktivierungseffizienzen bestimmen lassen. Diese größenaufgelösten Messungen geben einen Anhaltspunkt über die chemische Zusammensetzung der CCN. Während CLACE 5 führen wir diese größenaufgelösten CCN Messungen durch und vergleichen unsere Resultate anschließend mit den Ergebnissen der Aerosolmassenspektrometer. Der kritische Aktivierungsdurchmesser, d.h. der Durchmesser, bei dem 50% der Partikel als CCN dienen, als Funktion der Übersättigung wird ebenfalls bestimmt und zusammen mit den Aerosolpartikelgrößenverteilungen des PSI werden CCN-Größenverteilungen ausgerechnet. Diese Ergebnisse können mit denen des Eiskernzählers verglichen werden.
08.03.2006: Vorstellung Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Leipzig (IfT), Abteilung Wolken und Strahlung
Bestimmte Aerosolpartikel, sog. Eiskeime, sind für die Eiskristallbildung in troposphärischen Wolken (Temperaturbereich -5°C bis -38°C) verantwortlich. Dadurch entsteht Niederschlag und der Klimaeinfluss von Wolken verändert sich. Die Eigenschaften dieser Eiskeime (z.B. Konzentration, Größe, chemische Zusammensetzung) sind weitestgehend unbekannt und sollen während CLACE 5 untersucht werden. Dazu hat das IFT einen Einlass entwickelt, den sog. Ice-CVI (counterflow virtual impactor) (siehe Abbildung), der Eispartikel, die solche Eiskeime enthalten, aus einer Wolke am Jungfraujoch sammelt. Die Eisschicht wird sublimiert, so dass der ursprüngliche Eiskeim zum Vorschein kommt und im Labor analysiert werden kann.
07.03.2006: Welcher Tag ist denn heute?
Die Messkampagne auf dem Jungfraujoch fordert schon einigen Tribut. Die Tage sind lang und die Nächte recht kurz. Hier oben kann man sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren, wobei man schon jegliches Zeitgefühl verlieren könnte. Denn die Tage gleichen sich doch arg, was nicht heißt, dass es langweilig wird. Langeweile kommt hier oben - abgeschnitten vom "Rest der Welt" - so gut wie nie auf. Denn wir lernen hier oben fremde kulturelle Bräuche wie Essen-mit-Scheren-schneiden kennen, und leckeres Essen, hmmm...
06.03.2006: Wer muss gehen?
Die wichtigsten Infos des Tages sind auf einer Tafel im Wohnbereich der Forschungsstation vermerkt: Wer ist da, wer kommt und wer muss gehen? Ungeklärt bleiben die Fragen: Warum haben manche Leute Vornamen und manche Leute nicht, warum erfährt man nicht bei allen, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt? Und weshalb beginnen die Zimmernummern erst bei 15? Fragen über Fragen...
05.03.2006: Manchmal gibt's eine Extrawurst...
Heute war es sehr stürmisch und bei solchen Wetterbedingungen werden häufig kurzfristig Bahnverbindungen gestrichen, da die Strecke außerhalb des Tunnels durch die Eigerwand dann nicht befahren werden kann. So auch heute: die letzen Bahnen des Tages sollten nicht fahren - doch für Forscher macht selbst die Jungfraubahn eine Ausnahme: Zwei Teilnehmer der CLACE 5 Kampagne kamen in den Genuss einer Extrafahrt mit einer Schneefräse, da sie auf jeden Fall noch zum Arbeiten aufs Jungfraujoch zurück wollten...
04.03.2006: Vorstellung der Uni Frankfurt / Analytik flüchtiger Organika
Heute war großer Schichtwechsel des Frankfurter Personals. Bei der Übergabe erfolgte noch eine gemeinsame Schneeprobenahme bei Schnee und Wind auf dem Plateau (siehe Foto). Da es die ganze Zeit geschneit hat, konnten wir wie gewünscht frischen Schnee einsammeln. Der Schnee wird anschließend im gefrorenen Zustand nach Frankfurt transportiert und mit SPDE-GC-MS auf flüchtige Organika analysiert. Die Analyse der flüchtigen Organika in der Luft erfolgt kontinuierlich mit dem AirmoVOC.
03.03.2006: Vorstellung Uni Mainz/MPI für Chemie, Partikelchemie, zweiter Teil
Damit Wasser oder Wasserdampf gefrieren, müssen besondere Partikel, sogenannte Eiskeime, vorhanden sein. Bis heute ist nicht genau bekannt, welche chemischen Bestandteile in oder auf der Oberfläche von Partikeln diese besonders gut als Eiskeime wirken lassen. Um mehr darüber zu erfahren, werden zwei Aerosolmassenspektrometer aus Mainz auf dem Jungfraujoch eingesetzt. Das von der Firma Aerodyne vertriebene Time-of-Flight Aerosol Mass Spectrometer (TOF-AMS) (rechts) sowie das am Forschungszentrum Jülich und in der Mainzer Partikelchemie entwickelte Single Particle Laser Ablation Time-of-Flight Mass Spectrometer (SPLAT) (links) ermöglichen es uns, die chemische Zusammensetzung von Partikeln zu analysieren. Die Partikel werden verdampft und ionisiert, anschließend werden die entstandenen Ionen mit Flugzeit-Massenspektrometern nachgewiesen.
02.03.2006: Abendbeschäftigung: Von Eislöchern und Eisbären...
Schon während früherer CLACE-Kampagnen waren Karten- und Würfelspiele sehr beliebt, um nach dem Abendessen auch mal auf andere Gedanken als die an die eigenen Instrumente und Messdaten zu kommen. Eis gibt es hier oben ja jede Menge und so wundert es nicht, dass ein Würfelspiel zum Thema Eislöcher und Eisbären immer wieder gerne mit Jungfraujoch-Neulingen gespielt wird. Verraten wird hier nichts - wer das Spiel nicht kennt, fragt am besten einfach einen der Kampagnenteilnehmer. Viel Spaß auf dem Weg von absoluter Ratlosigkeit zum Aha-Erlebnis!
01.03.2006: Vorstellung Uni Mainz, Partikelchemie, erster Teil
Das Mainzer Institut für Physik der Atmosphäre hat auf dem Jungfraujoch zwei kommerzielle optische Meßgeräte im Einsatz: das "FSSP" und das "CIP"(links). Das FSSP mißt mittels einer Lasers und eines Photodetektors die Intensität des Lichts, das von durchfliegenden Partikeln gestreut wird, um daraus die Größe der Partikel zu bestimmen. Dabei können Teilchen vom Nanometer- bis zum Mikrometerbereich erfaßt werden. Das CIP "scannt" mittels eines kontinuierlichen Laserstrahls und einer Diodenreihe vorbeifliegende Teilchen im Größenbereich 25 μm bis 1,55 mm, wobei es Schwarzweißbilder der Teilchen aus diesen "Linienschnitten" zusammmensetzt und zur Größenbestimmung verwendet. Beide Geräte arbeiten bisher im wesentlichen zuverlässig. Weiterhin wird noch ein selbstentwickelter Prototyp einer digitalen Holographie (rechts) getestet.
28.02.2006: Die Sphinx ist voll
Heute ist die ETH Zürich mit der Zürich ice nucleus chamber angekommen. Somit sind alle Apparaturen, die für die CLACE 5 Kampagne geplant waren, in der Sphinx und es ist reichlich eng geworden. Zwar laufen noch nicht alle Apparaturen im Routinebetrieb, aber es gibt schon einige interessante Wolkenereignisse, die von mehreren Apparaturen aufgezeichnet worden sind.
Heute war wieder ein sehr ungemütlicher Tag. Es herrschten Temperaturen von bis zu -25°C und Windgeschwindigkeiten von bis zu 94 km/h wie man auf der Anzeigetafel im Touristenbereich der Sphinx ablesen konnte. Da ist man immer froh, wenn man im mit 27°C recht warmen Labor bleiben kann und nicht auf die Platform hinaus muß.
27.02.2006: Rosenmontag auf dem Jungfraujoch
Passend zum heutigen Rosenmontag gab es selbstgemachte Krapfen, Berliner, Kreppel ... oder wie auch immer sie genannt werden. Weitere Anzeichen für Karneval waren ein bunter Schal auf dem Frühstückstisch und eine Pappnase, die aber keiner tragen wollte. Außdem hatten wir vergessen, bei der letzten Bestellung Konfetti, Luftschlagen und weitere Spaßartikel zu bestellen. So sind die tollen Tage, obwohl Rheinländer und Mainzer unter uns sind, ruhiger ausgefallen.
26.02.2006: Schlägertypen
Die olympischen Winterspiele sind vorbei und die Anpassung an die Höhe ist bei den meisten erfolgt. Was macht man also mit der freien Zeit, wenn alle Apparaturen laufen oder gerade nichts zu messen ist? Mit dem Höhentraining beginnen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann in den Stollen (s. 17.02.) joggen gehen. Einige nutzen den Heimtrainer, der hier in einem Kellerraum steht und seit heute sind die ersten offenen Jungfraujochmeisterschaften im Tischtennis eröffnet. Im Moment laufen noch die Vorausscheidungen.
25.02.2006: Schneeräumen für die Kampagne
Um zu den Außenaufbauten auf der Sphinxterrasse zu gelangen, muß zuerst der Schnee geräumt werden, da festgetretener und gefrorener Schnee sich wesentlich schwerer entfernen läßt. Auf dem Photo ist der Kampagnenleiter, Joachim Curtius zu sehen, wie er sich gerade dieser Aufgabe widmet, damit die Halterungen für die digitale Holographie am Geländer angebracht werden können.
24.02.2006: Verbindung mit der Außenwelt
Das heutige Photo zeigt die Bibliothek, die drei Stockwerke über dem Wohnbereich mit Schlafzimmern, Gruppenraum und Küche liegt. Hier oben haben wir einen Internetzugang und können auch auf die Rechner in der Sphinx zugreifen, um die Apparaturen zu kontrollieren. Nur die wenigsten nehmen den Fahrstuhl. Neuankömmlinge erkennt man daher immer an der erhöhten Atemfrequenz, wenn sie in der Bibliothek ankommen.
In der Sphinx ist es heute wieder etwas voller geworden. Die ETH Zürich hat ihre backscatter Sonde aufgebaut.
23.02.2006: Liveübertragung nach Mainz
Heute fand im Seminar des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz ein Vortrag über TOFAMS-Messungen statt und zur Demonstration wurde gegen Ende des Vortrags live in das Messprogramm des TOFAMS-Rechners hier auf dem Jungfraujoch geschaltet. Um die Zuhöhrer entsprechend zu begrüßen, haben wir die Kollage auf der rechten Seite auf den Bildschirm gelegt.
Desweiteren war heute der wissenschaftliche Sekretär des SFB 641, Herr Jaeschke auf dem Jungfraujoch, um sich vor Ort ein Bild über den aktuellen Stand der Kampagne zu machen.
22.02.2006: Käsefondue
Gestern abend sind wir von den Hauswarten, der Familie Fischer zum Käsefondue eingeladen worden. Auf dem Bild ist eine gesellige Runde zu sehen, die es sich bei Käse und Wein hat gut gehen lassen. Der Raum auf dem Photo ist der Gruppenraum, in dem alle Mahlzeiten eingenommen werden. Das Frühstück und Abendessen werden zusammen eingenommen. Um das Mittagessen kümmert sich jeder nach Zeit und Hunger selber. Das Kochen für das Abendessen wird jeweils von einer anderen Gruppe übernommen, so ergibt sich eine abwechslungsreiche Speisenfolge.
21.02.2006: Unter ständiger Beobachtung
Gestern und heute war ein Kamerateam der Jungfraubahn bei uns. Aus Anlass des 100 jährigen Jubiläums der Jungfraubahn und des 75 jährigen Bestehens der Sphinx soll ein Film erstellt werden, der unter anderem den Forschungsalltag auf der Sphinx zeigen soll. Gestern wurden wir im Sphinx-Labor und bei der Zubereitung des Abendessens gefilmt. Heute morgen wurde dem Hauswart hier oben beim Schneeräumen über die Schulter geschaut. Ich hoffe, dass wir das Endprodukt dieser Aufnahmen auch zu sehen bekommen.
20.02.2006: Die heiße Phase beginnt
Seit heute befindet sich die CLACE-5 Kampagne in der offiziellen Messphase. Die bisherige Zeit wurde zum Aufbau und Kalibrieren benutzt. Ab heute wird auf Wolken gewartet. Zwei weitere Institute sind heute zu uns gestoßen. Das MPI Mainz mit einem CCN-counter und die ETH Zürich zum Einrichten des ATOFMS, das letzte Woche mit dem Helikopter auf das Jungfraujoch gebracht worden ist. Damit fehlen jetzt nur noch die digitale Holographie von der Uni Mainz und die Zurich Ice Nucleus Chamber (ZINC) von der ETH Zürich. In den nächsten Tagen wird es in loser Reihenfolge eine Vorstellung der einzelnen Gruppen und ihrer Messaufbauten geben. Auf dem Photo sind einige potentielle Messobjekte zu sehen, doch leider zu tief.
19.02.2006: Auswirkungen eines Wetterumschwungs
Ab heute Mittag wurde es hier oben sehr stürmisch, aber die Außenaufbauten haben dem standgehalten. Bei starkem Wind stellt die Jungfraubahn den Betrieb aus Sicherheitsgründen ein (es ist wohl schon mal eine Bahn aus den Schienen geweht worden). Gestern Nachmittag ist auch der Betrieb eingestellt worden, da es vor der Einfahrt in den Tunnel an der Kleinen Scheidegg sehr gestürmt haben muss. Hier oben hat man aber nicht viel davon gemerkt. Glücklicherweise haben die beiden Mainzer aber noch die letzte Bahn vor Einstellung des Betriebs erwischt.
Wie sich ein so kurzfristiger Wetterumschwung auswirken kann, zeigt das heutige Bild, das wiederum die Aussenaufbauten zeigt, aber diesmal mit einer Schneeschicht.
18.02.2006: Weitere Außenaufbauten
Heute wurden neben der Wetterfahne für das FSSP der Uni Mainz weitere Außenaufbauten von der Uni Frankfurt installiert. Ins Auge sticht dabei das schöne Wetterhäuschen, an dem sich vor allem die Meterologen erfreuen werden. Im Hintergrund ist der Aletschgletscher zu sehen, der mit seinen rund 23 Kilometern Länge der größte und längste Gletscher der Alpen ist. Er besteht aus rund 27 Milliarden Tonnen Eis. Im Laufe der Kampagne wird es bestimmt noch ein weiteres Photo von diesem beeindruckenden Gletscher geben.
17.02.2006: Die Karten sind neu gemischt
Heute hat sich die Zusammensetzung der Gruppe wieder stark verändert. Neu dazu gekommen ist die Universität Frankfurt mit fünf Personen, zum Aufbau des Frostpunkthygrometers und der Impaktorsammlung sowie der Vorbereitung für Luft- und Schneeprobennahme für GC-Messungen. Weiterhin sind noch eine Person vom PSI, und jeweils zwei vom IfT Leipzig und aus Mainz anwesend. Also insgesamt zehn Personen.
Auf dem Bild ist einer der unterirdischen Gänge zu sehen, in diesem Fall vom höchst gelegenen Bahnhof Europas zu den Aufzügen, die die über 108 m hinauf zur Sphinx in etwas mehr als 18 Sekunden schaffen.
16.02.2006: Blick ins Tal
Nachdem die letzten beiden Tage Windgeschwindigkeiten bis 140 km/h und Schneegriesel vorgeherrscht haben, klarte es am späten Nachmittag auf und abends hatte man einen wunderbaren Blick ins Tal. Gut zu erkennen sind Interlaken in der Mitte des Bilds und die Pistenraupen an den Hängen im Bildvordergrund.
15.02.2006: Einlässe
Wie kommen eigentlich die Partikel von außen nach innen in die Sphinx zu all den Geräten? Dafür gibt es drei verschiedene Einlässe; total (rechts), interstitial (mitte) und einen ICE-CVI (links). Der total inlet ist beheizt und sammelt das gesamte Aerosol. Er ist ständig montiert und wird für das Global Atmosphere Watch (GAW) Projekt verwendet. Der interstitial inlet sammelt die nicht aktivierten oder interstitiellen Aerosolpartikel, hat einen cut-off bei 2,0 μm und wurde vom PSI montiert. Der ICE-CVI (Ice Counter Flow Virtual Impactor) Einlass wird vom IfT Leipzig betrieben. Dort werden Eispartikel mit einer Größe von weniger als 20 μm von größeren Eiskristallen, unterkühlten Tropfen und interstitiellem Aerosol getrennt. Die Eispartikel werden verdampft und die Eiskeime können in nachfolgenden Geräten analysiert werden.
14.02.2006: Ungewöhnliche Wege
Heute ist ein weiteres Gerät für die Messkampagne angekommen, das ATOFMS, ein Einzelpartikelmassenspektrometer mit Laserdetektion und Laserionisation, von der ETH Zürich. Da das Gerät allerdings so groß und mit 360 kg vor allem so schwer ist, dass es nicht die Treppen hinauf ins Sphinxlabor getragen werden kann, wurde es kurzerhand mit dem Helikopter von Lauterbrunnen auf das Jungfraujoch gebracht. Das Gerät wurde schnell aber sanft vom Helikopter auf die Sphinxterasse abgesetzt und konnte dann in das Labor gerollt werden. Eigentlich sollte das Gerät schon seit einer Woche oben stehen, aber das schlechte Wetter und das Wochenende hatten den Helikoptertransport verhindert. Und auch heute wäre es fast nicht mehr möglich gewesen, da sich der Himmel kurz nach dem Transport wieder zugezogen hat.
13.02.2006: Neuankömmlinge auf dem Jungfraujoch
Heute sind die Leipziger und die Leute vom PSI angekommen. Somit sind wir im Moment zehn Personen auf der Station. So in etwa wird die Anzahl während der gesamten Kampagne bis zum 23.03. aussehen. Stellt sich die Frage, wie werden all diese Leute verpflegt. Wir kochen selber und haben für unsere Vorräte einen begehbaren Kühlschrank. Um diesen wieder aufzufüllen, kann man eine Bestellung per Fax ins Tal schicken und bekommt zwei Tage später die bestellten Sachen per Bahn nach oben geliefert. Um auch die Wochenenden zu überstehen, setzt das natürlich schon etwas Planung voraus. Heute gab es übrigens Paprikaschnitzel mit Kroketten und Salat.
12.02.2006: Da waren es nur noch drei
Heute sind weitere Mainzer wieder zurückgefahren, so dass von den ursprünglich sieben nur noch drei übrig sind. So ist es hier im Moment recht übersichtlich und ruhig, bevor morgen sieben Neuankömmlinge auftauchen (drei vom PSI und vier aus Leipzig). Heute gab es auf dem Jungfraujoch etwas zu feiern. Der Leiter einer belgischen Forschergruppe führt seit fünfzig Jahren Messungen auf dem Jungfraujoch durch. Darauf wurde mit Sekt angestoßen und es gab interessante Geschichten aus den Anfängen der Forschung in der Sphinx.
Für alle Zahlenliebhaber hier einmal die genaue Angabe der Höhe in Meter und feet, aufgenommen im Touristenbereich der Sphinx.
11.02.2006: Justieren und Kalibrieren
Da eigentlich alles aufgebaut ist, gab es heute keine schweren körperlichen Arbeiten mehr zu verrichten. Dafür war Justieren und Kalibrieren angesagt. Das TOF-AMS sowie der CPC und OPC sind schon einsatzbereit und warten auf den Aufbau des Ice-CVI durch die Leipziger, der ab Montag stattfinden soll. Das SPLAT braucht wie erwartet etwas mehr Zuwendung. Tagsüber, wenn die Sonne auf die Sphinx scheint, können es in Ermangelung einer Klimaanlage schon mal mehr als 27°C im Labor werden. Da geht man gerne mal nach draußen, um sich abzukühlen und die wunderbare Aussicht auf die umliegende Bergwelt zu genießen.
10.02.2006: Aufbau zweiter Tag
Nach der ersten Nacht auf 3500 m und für die meisten eher wenig Schlaf geht es heute morgen weiter mit Kistenauspacken und Aufbauen. Die Kopfschmerzen stören nur noch wenig. Dafür ist man immer noch bei der kleinsten Anstrengung außer Atem. Aber beide Massenspektrometer sind aufgebaut und werden schon evakuiert und kalibriert. Einige Außenaufbauten müssen auch noch installiert werden. Das ist aber bei -18°C und bis zu 100 km/h nicht so einfach.
09.02.2006: Anreise und Aufstellen
Um 05:00 Uhr ging es heute los, vier Leute mit den beiden Transportern und drei mit der Bahn. Treffpunkt war Lauterbrunnen, denn dort mußte alles umgeladen werden (bei 800 m über N.N. noch kein Problem). Die Bahn fuhr dann hoch nach Kleine Scheidegg, wieder umladen (diesmal bei 2000 m über N.N.). Und schließlich hinauf auf das Jungfraujoch (3500 m über N.N.) und abladen. So langsam schwinden die Kräfte und die Kopfschmerzen setzen ein. Aber etwas geht noch. Zumindestens die beiden großen Geräte (TOF-AMS und SPLAT) schaffen wir noch über eine schmale Treppe in das Sphinx-Labor. Feierabend und Abendessen. Danach geht nichts mehr.