Diese Arbeit widmet sich verschiedenen spektroskopischen Methoden in Verbindung mit Photoemissions-Elektronenmikroskopie, abgekürzt PEEM. Das PEEM in seiner Grundform wurde bereits in den 30er Jahren von Brüche und Mitarbeitern [1] entwickelt. In Abb. 1.1 ist eine der ersten Abbildungen von Photoelektronen gezeigt (aus [1]). Das Bild zeigt eine Zinkplatte in etwa 6-facher Vergrößerung. Innerhalb von 5 Jahren nach der ersten Entwicklung eines Elektronenmikroskops von Knoll und Ruska [2] übertraf die laterale Auflösung von Elektronenmikroskopen die von Lichtmikroskopen. Das Elektronenmikroskop wurde daraufhin als 'Übermikroskop' bezeichnet. Von Engel [3] wurde in den 60er Jahren das erste kommerziell erhältliche PEEM konstruiert und getestet, welches danach von Balzers als 'Metioskop KE3' vertrieben wurde.
In Bezug auf laterale Auflösung ist das PEEM einigen anderen Methoden, insbesondere anderen Typen von Elektronenmikroskopen unterlegen. Der Nutzen einer ortsauflösenden Methode kann jedoch nicht alleine an diesem Kriterium gemessen werden. Eine mikrospektroskopische Methode kann nicht nur nach der lateralen Auflösung ausgesucht werden, sondern muß sich an der physikalischen Fragestellung, der Probenbeschaffenheit, sowie der Größenskala der zu untersuchenden Strukturen orientieren. So macht es zum Beispiel wenig Sinn, Strukturen auf der Mikrometerskala mit einem Rastertunnelmikroskop zu untersuchen, weil das Gesichtsfeld des Tunnelmikroskops dafür viel zu klein ist. Eine der Stärken des PEEM ist die Vielzahl der möglichen Anregungsquellen für Elektronen. So läßt sich die Probe mit verschiedenen spektroskopischen Methoden untersuchen, ohne sie in ein anderes Gerät transferieren zu müssen, oder sie auch nur zu verschieben. Es lassen sich damit zum Beispiel Augerelektronenspektroskopie, Elektronen-Energieverlustspektroskopie und Photoemissionsspektroskopie im UV- und Röntgenbereich mit dem PEEM an einer bestimmten Probenstelle durchführen.
Zur Analyse der auf der Oberfläche variierenden chemischen und physikalischen Eigenschaften
ist eine Kombination abbildender und spektroskopischer Methoden notwendig.
Die Photoemissions-Mikrospektroskopie bietet hierfür eine geeignete Methode.
An dieser Stelle sei auf einige kürzlich erschienene Übersichtsartikel verwiesen,
die einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten
der Photoemissions-Mikrospektroskopie geben [4,5,6,7].
In einigen Fällen, wie z. B. der heterogenen Katalyse kann bereits der durch Änderungen der Austrittsarbeit verursachte Kontrast bei der Anregung
Es war das Ziel der vorliegenden Arbeit, die in der Arbeitsgruppe vorhandene Technik des PEEMs um verschiedene mikrospektroskopische Methoden zu erweitern um damit chemische Reaktionen auf Oberflächen ortsaufgelöst zu untersuchen. Die Arbeit gliedert sich grob in zwei Teile. Im ersten Teil werden chemische Reaktionen wie die Bildung intermetallischer Verbindungen von Gold mit Cesium und technologisch interessante Metall-Halbleiterreaktionen mit mehreren spektromikroskopischen Methoden untersucht. Dabei kamen die Röntgenabsorptions-Spektromikroskopie und ein dispersives Elektronenspektrometer für Punktanalysen zum Einsatz. Ein abbildendes Gegenfeldspektrometer wurde auf seine Verwendbarkeit für weiterführende spektromikroskopische Studien getestet. Im zweiten Teil der Arbeit werden Beobachtungen nichtlinearer Effekte durch Mehr-Photonen Photoemission gezeigt. Die beobachteten nichtlinearen Effekte, wie zum Beispiel Zwei-Photonen Photoemission treten bevorzugt unter streifendem Lichteinfall auf. Daher können diese Effekte nur schlecht mit einem rasternden Lasermikroskop abgebildet werden, da diese einen senkrechten Lichteinfall benötigen. Die neuartige Methode der nichtlinearen Spektromikroskopie erweist sich als sehr leistungsfähig aufgrund des extrem großen Kontrastes bei der Abbildung heterogener Probenoberflächen. Zudem ergeben sich neue Möglichkeiten für die Analyse mesoskopischer Partikel mit Größenskalen im Bereich der Lichtwellenlänge.