Ilona Glatt

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Me in the
              Sequoia Giant Forest in California


Zirren+großskalige Dynamik   Rossbywellenzugerkennung   Elbeflut    Klimatologie    Publikationen und Konferenzbeiträge






Seit 2008 arbeite ich an der Universität Mainz am Institut für Physik der Atmosphäre, wo ich im April 2012 auch meine Promotion abgeschlossen habe. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit der Erkennung und den Eigenschaften von Rossbywellenzügen in der Atmosphäre beschäftigt. 


Rossbywellen können als eine wellenartige Strömung in der oberen Troposphäre (in etwa 10km Höhe) gesehen werden, die sich durch die Bildung von Höhentrögen und -rücken auszeichnet. Ein Höhentrog bezeichnet dabei ein Gebilde tiefen Luftdrucks in höheren Troposphärenschichten, entsprechend bezeichnet ein Höhenrücken ein Gebilde hohen Luftdrucks in höheren Troposphärenschichten. Diese Höhentröge und -rücken sind oft mit Hoch und Tiefdruckgebieten am Boden in den mittleren Breiten verknüpft. Am anschaulichsten bei der Darstellung von Rossbywellen ist sicherlich die Betrachtung des Strahlstroms. Eine südliche Auslenkung des Strahlstroms ist in der Regel mit einem Tiefdruckgebiet, eine nördliche Auslenkung mit einem Hochdruckgebiet am Boden verknüpft. In der Realität treten die Auslenkungen des Strahlstroms in räumlich und zeitlich begrenzten Abfolgen von Trögen und Rücken auf. Eine solche Abfolge wird als Wellenpaket oder Rossbywellenzug bezeichnet. Die Skala auf der sich die einzelnen Störungen bewegen liegt bei einem Durchmesser von etwa 100 bis 1000 km. Die Skala des gesamten Rossbywellenzuges ist in zonaler Richtung deutlich größer und kann durchaus die planetare Skala erreichen.

Schematische Darstellung einer Rossbywelle. Die
              gestrichelte grüne Linie deutet den ungestörten
              Strahlstrom an, die durchgezogene grüne Linie kann
              als aktueller Strahlstrom interpretiert werden. H und T
              bezeichnen Höhentröge bzw. -rücken.

Rossbywellenzüge sind manchmal Vorboten von Extremwettereignissen in den mittleren Breiten, insbesondere in Europa. So war zum Beispiel die Elbeflut im Jahr 2002 mit einem langlebigen vorhergehenden Rossbywellenzug verknüpft. Ausserdem wurde nachgewiesen, dass Starkniederschlagsereignisse in den südlichen Alpen statistisch gesehen mit Rossbywellenzügen verknüpft ist. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass starke  Tiefdruckgebiete über Europa statistisch mit vorausgehenden Rossbywellenzügen verknüpft sind.  Diese Verbindung von Rossbywellenzügen und extremen Wetterereignissen legt nahe, dass Rossbywellenzüge eine wichtige Rolle bei der dynamischen  Entwicklung der Atmosphäre und der Entwicklung von Wettersystemen spielen und somit ein Phänomen darstellen dessen weitere Untersuchung nutzbringend für ein tieferes Verständnis der Dynamik der Atmosphäre sein könnten.