Woher kommt die Narrenzahl 11?


Am 11.11. um elf Uhr elf starten die Jecken und Narren am Rhein ins neue närrische Jahr. In Mainz geschieht dies durch die Proklamation auf dem Balkon des Elzer Hofes. Dann zeigen sich die Narren erstmals für kurze Zeit wieder in ihren bunten Uniformen und Kostümen. Das ist auch schon die erste Begegnung mit der Narrenzahl, die auch in Vereinswappen wie etwa in dem des MCV auftaucht.


Zeremonienmeister aus dem Jahre 1838.
Auffallend: Der Pfauenschwanzhut mit elf Federn.


Die Elf gilt als närrische, geheimnisvolle und nicht zufällige Zahl. Der 11. Tag im 11. Monat markierte schon immer den Auftakt zu einer Zeit, deren Höhepunkt die Woche vor Aschermittwoch ist. Denn der 11.11., an dem auch St. Martin gefeiert wird, liegt genau 40 Tage vor Winteranfang, der zeitlich fast mit Weihnachten zusammenfällt. Noch einmal 40 Tage trennen Weihnachten von Maria Lichtmess (markiert im Kalender den frühesten Fastnachtstermin), und rund weitere 40 Tage sind es dann bis Ostern. Ostern trennt wiederum 40 Tage von Christi Himmelfahrt, das einen neuen Jahresabschnitt einleitet. Die Zahl 40 findet sich auch im französischen Wort für die Fastnacht (carême) wieder, das aus "quarante" abgeleitet wurde.
Das Martinsfest ist sicherlich älter als die Fastnacht und die Narrenzahl 11, die aber schon im Mittelalter als magische Zahl bekannt war. Als Primzahl, die nur durch sich selbst oder eins teilbar ist, bildet sie zusammen mit der Zahl 13, die allgemein als Unglückszahl gilt, einen sogenannten Primzwilling.
Sprachlich entwickelte sich die Elf aus dem althochdeutschen "einlif" - was "Eins darüber" bedeutet, also eins über zehn.
Wie viele Zahlen wurde die Elf im Mittelalter mit Hilfe des Glaubens gedeutet. Die Heilige Schrift war der Schlüssel, um zu sehen, was gut und böse ist - und gab damit auch den Zahlen ihre Wertung. Die Elf kennzeichnete alle Menschen, die außerhalb der Sittengesetze standen - alle, die die Zehn Gebote überschritten hatten.
Damit verwies die Elf allgemein auf die Sünde und die damit verbundenen Vorstellungen von Welt und Weltuntergang im Alten wie im Neuen Testament. Auf alten Kupferstichen und Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts mit Darstellung des Weltuntergangs oder des Jünsten Gerichtes zeigen Uhren stets die elfte Stunde an.
Erst Mathias Joseph De Noel gab unter dem Eindruck der Französischen Revolution bei der Reform der Kölner Fastnacht der Elf eine neue Deutung: Eins neben Eins als Zeichen der Eintracht unter den Jecken.
Auch der in der Reihenfolge veränderte Kampfruf der Französischen Revolution Égalité, Liberté, Fraternité mußte wie das Siegel der Gründungsurkunde der Geckengesellschaft zu Kleve vom November 1331 zur Erklärung herhalten. Der Wahlspruch auf dem Klevener Siegel lautet: "Ey, Lustig, Fröhlich".


Die Geschichte des Elferrates


Auch der Elferrat hat nach Ansicht des holländischen Soziologen Theo Fransen sein historisches Vorbild im Herzogtum Brabant. Als Herzog Anton von Burgund in einer Schlacht gefallen war, kamen die Abgesandten der sieben ältesten brabantischen Städte zusammen, um über die Nachfolge zu beraten. Am 4. November 1415 beschloß die Versammlung, den ältesten Sohn als Nachfolger einzusetzen. Da dieser jedoch nicht mal elf Jahre alt war, wurde ihm der "Raad van Ellf" zur Seite gestellt - ein Elferrat.

Die Mainzer Hofsänger

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Quellenregister:

Buch Herausgeber/ Autor ISBN erschienen
Mainz Fotografische Erinnerungen 1845-1945; Band 1 und 2 Stadt Mainz/ Kulturdezernent Dr. Anton Maria Keim 3-88193-010-8
3-88193-017-5
1980
Der Dom zu Mainz August Schucker, Wilhelm Jung nicht vorhanden
1972
Willigis und sein Dom 975 - 1975 Anton PH. Brück nicht vorhanden
1975
Im 1000jährigen Mainzer Dom Popp, Jungnitz nicht vorhanden
1975
Mainz zwischen Dom, St. Stephan und Holzturm Stadt Mainz/ Wilhelm Jung nicht vorhanden
1971
Zweitausend Jahre Mainz - Bilder aus der Mainzer Geschichte Heinz Leitermann nicht vorhanden
1962